Soziale Jungs Hamburg

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21.11.2019

»Manchmal lauter werden müssen, damit die Menschen einen verstehen, aber nicht aggressiv klingen dabei«


Max André Kühl hat sich bei »Pflegen und Wohnen Farmsen« engagiert.

Max André Kühl hat sich bei »Pflegen und Wohnen Farmsen« engagiert.

Im Interview berichtet Max André Kühl, Schüler der Irena-Sendler-Schule, von seinen Erfahrungen im ehrenamtlichen Praktikum bei »Pflegen und Wohnen Farmsen« während der Herbstferien 2018.

 


Max, du hast in den Herbstferien knapp zwei Wochen lang bei Pflegen und Wohnen Farmsen ehrenamtlich mitgearbeitet – was waren deine Aufgaben?

Da gab es verschiedene, angefangen vom Rollstuhlführerschein, um jemanden sicher durch das Haus schieben zu können, bis hin zum Leute begleiten und vorlesen, letzteres dann ab und zu mal auch auf dem Zimmer. Das war dann schon eine Einzelbetreuung. 

Und die Bewohner waren zufrieden, begeistert, unsicher?

Die, die mich bemerkt haben, waren eigentlich recht zufrieden und haben sich gefreut, wenn ich da war und vorgelesen habe. Die meisten sind dabei eingeschlafen, weil ich scheinbar eine so entspannende Stimme habe. 

Was hat dich überrascht, das du vorher so nicht gewusst hast?

Besonders überrascht haben mich die älteren Personen. Eigentlich denkt man ja, die älteren Leute seien eher ein bisschen negativ eingestellt. Aber die waren fast immer recht positiv, haben sich gefreut, wenn etwas los war. Das hat mich schon überrascht. 

Was hat dich am meisten beeindruckt?

Beeindruckt hat mich die Tatsache, dass das Haus viel mit der Kita zusammen macht, die nebenan ist. Die Kita-Kinder kommen ab und zu rüber, was ich selbst allerdings nicht miterlebt habe, das wurde jedoch erzählt. Und dass es viel Programm gibt, zum Beispiel abends zusammen singen. Dafür kommen die älteren Menschen extra runter von ihren Zimmern, und treffen sich im Restaurant. 

Was hast du gelernt?

Das richtige Schieben des Rollstuhls, das ist doch schwerer als man sich das vorstellt. Und dann die ruhige, aber deutliche Kommunikation – also manchmal lauter werden müssen, damit die Menschen einen verstehen, aber nicht aggressiv klingen dabei. 

Würdest du irgendetwas verbessern oder anders machen?

Eigentlich nicht, ich fand das schon schön da. Mich hat am Anfang nur etwas verwirrt, dass die da drei Stockwerke haben und die Wohnbereiche nach Inseln benannt sind (Rügen, Sylt, Amrum, usw.). Ich war im größten Wohnbereich eingeteilt, der ging über zwei Etagen und da war die Orientierung anfangs etwas schwer. Aber später hat das geholfen. 

Hast du dich insgesamt wohlgefühlt in der Einrichtung, mit den Leuten, mit der Anleitung?

Schon. – Es gab aber Tage, da hatte ich eine Betreuerin, die mir zwar alles zeigte, aber sie war mir gegenüber auch etwas misstrauisch oder fordernd. Sie wollte ziemlich schnell, dass ich die Leute auf ihre Zimmer bringe, während ich noch dabei war herauszufinden, wo genau wer nun lebt. Das fand ich schwer, bei ihr dann auch ein-/zweimal nachfragen zu müssen. Ansonsten hatte ich einen Anleiter, der mir alles gezeigt hat und der super drauf war, er hatte eigentlich immer gute Laune. Er hat auch bei jeder Frage direkt geholfen, und war noch dazu humorvoll. 

Das ist gut, wenn sich jemand seinen Humor bewahren kann, bei einer schweren Arbeit ...

Ich weiß nicht, ob das so eine schwere Arbeit ist. Ich kann mir vorstellen, dass es schwer ist, die Leute alle zu beschäftigen. Aber bei mir kam es dann doch nicht soo schwer an. Ich weiß nicht, ob ich vielleicht einfach nur weniger Aufgaben bekommen habe, das kann ich ja nicht vergleichen. 

Würdest du wieder dort mitarbeiten?

An sich ja. Nur ich würde mir dann vielleicht einen Bekannten mitnehmen. Denn es konnte passieren, dass ich mal im Dienstraum rumgesessen habe, weil gerade nichts zu tun war. Das fand ich dann relativ schade. Das war manchmal zu Zeiten, wo die großen Gruppenbetreuungen waren. Mit einem Bekannten könnte ich diese Zeit besser überbrücken.

Würdest du die Arbeit, die du gemacht hast, auch anderen empfehlen? Und welche Voraussetzungen bräuchte jemand – deiner Meinung nach – um diese Betreuungsarbeit zu machen?

Empfehlen würde ich es definitiv, denn es war gar nicht so schwer, und man hat doch schöne Eindrücke bekommen. Nur man braucht halt eine gewisse Ausdauer. Man läuft da viel von A nach B, um die Bewohner irgendwohin zu schieben, zum Beispiel von Zimmer 1.3 zu Zimmer 1.8. und wieder zurück. Man ist da nicht so gut aufgehoben, wenn man schnell Bein- oder Fußschmerzen bekommt. Also man sollte in etwa wissen, was auf einen da zukommen kann. 


Die Fragen stellte Alexander Bentheim, Projektleiter »Soziale Jungs Hamburg«


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