Soziale Jungs Hamburg

Projekt „Soziale Jungs Hamburg“

Das Projekt „Soziale Jungs Hamburg“ (finanziert 2010-2013 vom ESF und der BASFI; ab 2014: BASFI) fördert und unterstützt Freiwilligendienste für schulpflichtige Jungen ab 13 Jahre , den diese in Tageseinrichtungen für Kinder sowie für ältere und/oder erkrankte Menschen mit Assistenzbedarf durchführen. Dabei werden die Schüler von Fachkräften der sozialen Einrichtungen angeleitet und beide Zielgruppen vom Projektleiter in allen Fragen des Dienstes unterstützend begleitet.

Die Zielsetzungen von „Soziale Jungs Hamburg“ bestehen in der Erweiterung des Berufswahlspektrums von jungen Männern, der Stärkung ihrer sozialen Kompetenzen und in der Förderung ihres Selbstwertgefühls, indem sie in den Freiwilligendiensten sukzessive Verantwortung für ihre Tätigkeitsbereiche übernehmen lernen.  Ziel ist ebenfalls, mit den „Sozialen Jungs Hamburg“ einen Beitrag zu einem ausgewogeneren Geschlechterverhältnis in den Bereichen Erziehung und Pflege zu leisten, weil dieses mittelbar für den Abbau des Fachkräftemangels in sozialen Berufsfeldern sorgen kann.

Absicht von „Soziale Jungs Hamburg“ ist, Erziehungs- und Pflegeberufe für mehr Jungen als bisher bekannter und attraktiver zu machen, so dass sich auch mehr Jungen für Tätigkeiten interessieren, die bislang als „frauentypisch“ und „unmännlich“ gelten . Die Konzeptidee folgt der Erkenntnis, dass Zurückhaltungen und Vorurteile gegenüber geschlechts “untypischen“ Berufen nur durch positive praktische Erfahrungen aufgegeben werden – somit auch breitere Grundlagen für spätere berufliche Entscheidungen gelegt werden, die den persönlichen Neigungen und Fähigkeiten folgen und weniger von Geschlechterrollenklischees beeinflusst sind.

Innovativ ist „Soziale Jungs Hamburg“, weil Schüler aktiv ermutigt werden, sich für andere Menschen und damit zugleich für sich selbst zu engagieren. Vorgebeugt wird so auch der von männlichen Jugendlichen oftmals als frustrierend empfundenen Berufswahlsuche – insbesondere in einem weiblich dominierten Arbeitsbereich. Das Konzept von „Soziale Jungs Hamburg“ ist auch deshalb innovativ, weil es zum Thema „Übergang Schule/Beruf“ bereits frühzeitig das Interesse für Tätigkeiten im Sozialbereich weckt/fördert, welche später beruflich verwertbar sind – auch weil der ASB als Praktikumsbetrieb (bis zu 45 FSJ-Plätze), Ausbildungsbetrieb (Erzieher, Altenpfleger) und Arbeitgeber Perspektiven für die Jugendlichen bietet.

„Soziale Jungs Hamburg“ initiiert und vertieft die Erfahrung, dass Jungen motiviert und zunehmend selbständig soziale Tätigkeiten übernehmen, wenn sie angemessen vorbereitet und gut begleitet werden. Anfängliche geschlechtstypische Zurückhaltungen und Vorurteile werden aufgegeben, wenn ein unterstützendes Umfeld (Lehr- und Fachkräfte, aber auch Familie, Gleichaltrige und Vorbilder) das Engagement von Jungen in sozialen Diensten fördern; Lob und Bestätigungen werden von Jungen durchaus angenommen und in das Selbstbild integriert. Soziale Kompetenzen und Empathiefähigkeit sind, wenn sie als kultureller Zugewinn für Männlichkeit anerkannt werden, Teil einer Sinn stiftenden (neuen) Wertebasis für Jungen: Hilfe geben können, Übertragung von Verantwortung erfahren dürfen und das Gefühl des Gebrauchtwerdens beflügeln das Selbstbewusstsein und die Zugehörigkeit zur (lokalen) Gesellschaft.

Bürgerschaftliches Engagement – in Form von Freiwilligendiensten – und ehrenamtlichen Tätigkeiten braucht Anerkennung. Für die an „Soziale Jungs Hamburg“ teilnehmenden Schüler werden – bei Interesse – u.a. die Kosten für einen Erste-Hilfe-Kurs und die Erlangung einer Jugendleiter-Card (JuLeiCa) übernommen. Ferner werden Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten beim Projektpartner ASB in Aussicht gestellt. Beide Projektpartner können auf jeweils langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit Schülern/ Jungen sowie weitreichende Kenntnisse etwa über Sozialpraktika, soziale Berufsfelder, Jugendbildungsarbeit, Geschlechterrollendiskurs, Jungenarbeit zurückblicken:

  • Der ASB verfügt über vielfältige Erfahrungen in der Freiwilligenarbeit, in der Jugendarbeit und in der Kooperation mit Schulen. So hat er z.B. mit „Sozial macht Schule“ (www.sozial-macht-schule.de), maßgeblich aufgebaut von Herrn Rainer Micha) von 1998-2007 etwa 4000 Schüler (von 10.000 SchülerInnen insgesamt) erreicht, die mit Unterstützung eines Mentoring-Systems in 100 Sozialeinrichtungen eintägige bis ganzjährige Praktika geleistet haben.
  • Der Dipl.-Pädagoge Alexander Bentheim von der agentur männerwege koordiniert u.a. seit 2006 im Auftrag der Sozialbehörde (BASFI) das Aktionsprojekt „Was für Jungs!“ (www.wasfuerjungs.hamburg.de) am Girls Day (seit 2011: Boys Day), das für Schüler der 5.-10. Klassen Erkundungsplätze in Sozialeinrichtungen und bei Projektpartnern vornehmlich in sozialen Tätigkeitsfeldern bereitstellt. Darüber hinaus ist Herr Bentheim seit über 20 Jahren im Arbeitsbereich Jungenarbeit als Praktiker, Berater, Fortbildner, Projektentwickler und Coach tätig. Er war in der Pilotphase des bundesweiten Netzwerks „Neue Wege für Jungs“ Beiratsmitglied beim beauftragenden Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Alexander Bentheim, Projektleiter,
Tel.: 040 – 38 19 07
Mail: bentheim(at)soziale-jungs-hamburg.de

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