Soziale Jungs Hamburg

Aktuelles

18.01.2011

„Junge, Junge! Die tun was“


So übertitelte am 11. Januar die Abendblatt-Redakteurin Geneviève Wood den Beitrag zu ihrem Besuch bei Pflegen & Wohnen Heimfeld, wo sich seit September letzten Jahres Gökhan und Lavdrim in der Arbeit mit Senioren engagieren. Die beiden Jungs (15 und 17) sind Schüler der Stadtteilschule Stübenhofer Weg in Wilhelmsburg und verbringen ihren Praxislerntag in der Betreuungseinrichtung, die sich zu Beginn des Projektes sofort bereit erklärte, an „Soziale Jungs Hamburg“ teilzunehmen.

Immer mittwochs machen sich Gökhan und Lavdrim auf den Weg, um einen Arbeitstag lang den Senioren Unterstützung und Abwechslung zu bieten. Ob Brett- und Ratespiele, den alten Menschen zuhören, sie ausreichend mit Getränken versorgen oder in festen Gruppen mit dem Spiel „Denken macht Spaß!“ regelmäßig das Gedächtnis trainieren – Gökhan und Lavdrim wachsen nach der anfänglichen Eingewöhnungsphase immer besser hinein in ihre Aufgaben. Und sie entdecken, dass die Arbeit manchmal anstrengend ist, aber auch viel Spaß machen kann. Anja Twardy, Leiterin der Sozialen Betreuung bei Pflegen & Wohnen Heimfeld, fördert sie in der Bewältigung ihrer Aufgaben, aber sie fordert sie auch: „Wichtig ist, dass die beiden nicht nur mitmachen, sondern zunehmend Eigeninitiative entwickeln. Das hilft auch unseren Bewohnern: man muss auf sie zugehen, ihnen Fragen stellen oder sie für ein Spiel anregen. Denn man muss sich bei den alten Leuten, gerade wenn sie vergesslich werden, immer wieder aktiv ins Gedächtnis rufen“.

Unterdessen sind Gökhan und Lavdrim oft überrascht, wie gut die Senioren fast alles mitmachen wollen und auch können, und wie viel Spaß auch sie dabei haben. Wie z.B. Herr Bewerich, der gern Mensch-ärgere-dich-nicht spielt und zwischendurch aus seinem Leben erzählt. Ungewohnte Geschichten aus Zeiten, die Gökhan und Lavdrim nicht kennen, aber der alte Mann erzählt gern und freut sich, dass die beiden auch einmal nachfragen, wenn sie etwas nicht verstehen.

Und dann sollten Gökhan und Lavdrim plötzlich zu Schulleiter Kay Stöck kommen, denn der hatte den Artikel im Abendblatt gelesen. Erst ließ er sich etwas von ihrem Praktikum erzählen, dann redeten sie über die Großeltern und schließlich sagte er, wie stolz er auf sie sei, dass sie am Projekt teilnähmen – denn mit ihren Erfahrungen als „Soziale Jungs“ stellen sie ein paar wichtige Weichen für ihr späteres Berufsleben. Stöck: „Schule heute heißt auch immer mehr: nicht abwarten, sondern rausgehen, sich engagieren, herausfinden was man machen möchte, welche Fähigkeiten man schon hat und welche man noch entwickeln kann. Und das wollen Gökhan und Lavdrim“.

(Der Artikel im Hamburger Abendblatt ist – kostenpflichtig – unter www.abendblatt.de/hamburg/schule/article1753230/Junge-Junge-Die-tun-was.html einzusehen.)


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